Sicherung der Liquidität

I. Liquiditätsplanung

Es ist für jeden Unternehmer unerlässlich, dass er sich mit Hilfe der regelmäßigen Liquiditätsplanung einen jederzeitigen Überblick über die finanziellen Mittel seines Unternehmens verschafft.

Bei der Liquiditätsplanung geht es um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Dabei spielt der Faktor Zeit eine besondere Rolle: ein Unternehmen, das zwar mit einem hohen Zahlungseingang rechnet, jedoch die aktuell fälligen Zahlungsverpflichtungen wie z. B. Löhne oder Steuern nicht bezahlen kann, ist zunächst von der Zahlungsunfähigkeit und somit vom Aus bedroht, selbst wenn es durch Einnahmen nur vier Wochen später über ausreichende flüssige (liquide) Zahlungsmittel verfügen würde.

Unabdingbare Voraussetzung für die Liquidität eines jeden Unternehmens ist deshalb die exakte Planung sowie Kontrolle sämtlicher anfallenden Einnahmen und Ausgaben.

Liquiditätsplanung und -sicherung ist Chef-Sache: Stellen Sie deshalb Ihre voraussichtlichen künftigen monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber! Tragen Sie für drei Monate im Voraus die erwarteten Einnahmen und die voraussichtlichen Ausgaben in eine Tabelle mit (Soll/Ist-Spalte) ein. Im Laufe des Monats werden die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben in der Ist-Spalte vermerkt und mit den Soll-Werten verglichen.

Drohende Unterdeckung (Fehlbetrag in einem Monat) wird vorzeitig erkannt. Sie können rechtzeitig Maßnahmen zur Beseitigung dieses Fehlbetrages treffen. Durch Eintragen der Ist-Werte überprüfen Sie Ihre Soll-Werte und verbessern Ihre Planung in den nächsten Monaten.

II. Liquiditätssicherung

Konjunkturelles Tief, rückläufige Kaufkraft, schlechte Zahlungsmoral und Forderungsausfälle beeinträchtigen die Liquidität der Unternehmen. Bei Feststellen drohender Fehlbeträge im Rahmen der vierteljährlichen Liquiditätsplanung sind folgende Maßnahmen zur Beseitigung einer zeitweiligen Unterdeckung möglich:

  1. Verhandlung mit der Bank zwecks Tilgungsstreckung bzw. Tilgungsaussetzung bei vorhandenen Darlehen.
  2. Umwandlung des Kontokorrentkredites in ein langfristiges Darlehen.
  3. Beantragung eines Liquiditätssicherungsdarlehens.
  4. Kreditversicherung, d. h. Versicherung gegen ausbleibende Kundenzahlungen.
  5. Minderung der Betriebsausgaben.
  6. Reduzierung der Privatausgaben.
  7. Zeitliche Verschiebung von Zahlungen.
  8. Aufbau eines effizienten Mahnwesens und Beschleunigung der Zahlungseingänge.
  9. Schnellere Rechnungsstellung.
  10. Vereinbarung von Abschlagszahlungen.
  11. Abbau des Warenlagers.
  12. Verkauf nicht benötigten Betriebsvermögens.
  13. Aufnahme eines finanzstarken (stillen) Gesellschafters in den Betrieb.
  14. Forderungseinzug durch Inkassounternehmen.
  15. Eventuell Forderungsabtretung an ein Factoring-Unter¬nehmen.
  16. Keine Gewährung großzügiger Zahlungsziele.
  17. Einführung einer funktionierenden Bonitätsprüfung (Nutzung von Auskunfteien, Bankenauskünfte).
  18. Überprüfung des Unternehmenskonzeptes (Aktualität der Produkte, neue Trends, Marktnischen).